Happy Birthday, City Plaza!

Vor einem Jahr – am 22.April 2016 – besetzen Aktivist*innen ein leerstehendes Gebäude im Zentrum Athens, das ehemalige „Hotel City Plaza“. Seitdem ist das „Beste Hotel Europas“ ein kollektiver Raum der Solidarität. Fast 400 Geflüchtete aus verschiedenen Teilen der Welt leben dort, die Hälfte von ihnen Kinder. Sie können dort in Sicherheit leben, spielen, lernen. Das City Plaza ist auch ein Ort der politischen Vernetzung und des selbstorganisierten Widerstands gegen die rassistische Migrationspolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten. Die kürzlich erfolgten Räumungen von zwei ähnlichen sozialen Zentren in Athen durch die Polizei zeigt, wie bedroht solche solidarischen Strukturen sind. Statt die unmenschlichen Lager an den Grenzen zu schließen, werden diese wichtigen Projekte zerstört. (Weitere Infos: http://europas-bestes-hotel.eu/ oder https://www.facebook.com/sol2refugeesen/)

In Solidarität mit dem City Plaza und allen antirassistischen Kämpfen schließen wir uns der Forderung der Bewohner*innen und Unterstützer*innen an:

Keep City Plaza open! Erhaltet das “beste Hotel Europas”!

Anlässlich des einjährigen Jubiläums haben wir am Samstag in der Kasseler Nordstadt eine Foto-Aktion gestartet, mit der sich Menschen solidarisch mit dem City Plaza erklären können. Hier sind einige der Bilder:

Kasseler Salon gegen den Ausstieg

Mit der Veränderung der Lebensbedingungen –meist dem Beginn der Übernahme von Sorgearbeit – steigen viele vormals politsch aktive Menschen aus ihren Zusammenhängen aus und ziehen sich ins Private zurück.
// Wir machen das Private zum Gegenstand politischer Diskussion, nutzen den Salon als Ort der Verständigung über die Bedingungen und Wege, ein politisch aktiver Mensch zu bleiben.
// Wir wollen gemeinsam der Frage nachgehen, wiestrukturelle Bedingungen unseren Alltag verändern und welche Strukturen uns dabei helfen, politisch involviert zu bleiben?
// Wir wollen mit euch diskutieren, wie wir uns Freiräume schaffen und bewahren können und welche Strategien und widerständigen Praxen es uns erlauben, politisch aktiv zu bleiben?

Montag 2.5.
Risiken und Nebenwirkungen “politischer Lohnarbeit”

Wenn Lohnarbeit und politische Praxis sich überschneiden entstehen neben Möglichkeiten meist
auch auch eine Reihe von Problemen. Politischer Anpassungsdruck, aufgesaugt werden, oder die Erfüllung einer Feigenblattfunktion sind in Gewerkschaften, Universitäten oder der politischen Bildungsarbeit, der Arbeit als Journalist*in und in politischen Stiftungen gleichermaßen Risiko.
Häufig steigert gerade eine als politisch verstandene Arbeit die Bereitschaft Prekarität und Löhne hinzunehmen, gegen die wir uns in anderen Bereichen zu recht wehren, oder birgt das Risiko, sich aus politischer Organisation jenseits des Arbeitsverhältnisses auszuklinken.
//Wie lässt sich dagegen vorgehen und wie sieht es mit Interessenvertretung in politischen
Arbeitsverhältnissen aus?
// Wie wirkt sich die Verbindung von Lohnarbeit und Politik auf unsere politischen Inhalte aus und was sind Strategien Anpassungsdruck und Konformismus zu begegnen?
// Wo und wie lassen sich im Lohnarbeitsverhältnis Spielräume für gesellschaftliche Veränderung nutzen?

Widerstand gegen Green-⁠⁠Economy in Mittelamerika

die Tour macht am Dienstag, den 26.5. Station in Kassel !
mit einem Vortrag und Diskussion zu:

Widerstand gegen Green-⁠⁠Economy in Mittelamerika

Bertha Isabel Zúñiga, (Copin/⁠⁠ Honduras), Radiomacherin, Feministin
und Aktivistin für die Rechte indigener Gemeinden berichtet vom Kampf
gegen „grüne Projekte" und der Verteidigung indigener Rechte in
Honduras.
19.00h Café Kurbad, Sternstraße 20

Warum die Mobilisierungstour?
Anfang Juni treffen sich die Herrschenden der mächtigsten Staaten der Welt, der „Gruppe der Sieben“ (G7), zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen auf Schloss Elmau in den bayerischen Alpen. Die negativen Folgen ihrer Politik bekommt die gesamte Welt zu spüren. Daher werden sich Tausende Aktivist_innen auf den Weg machen, um zwischen dem 3. und 8. Juni die Idylle mit massiven Protesten zu stören. Der 37. BUKO-Kongress findet zweieinhalb Wochen zuvor in Münster statt (14. bis 17. Mai). Dort werden einige Hundert Aktivist_innen debattieren, was transnationale Solidarität heute bedeutet. Die Parole lautet „future.unwritten“: Es ist an der Zeit, die Geschichte selbst neu zu schreiben.

Was liegt näher als diese beiden Orte zusammenzubringen? Mit der Inspiration des Kongresses in Münster werden wir eine international zusammengesetzte Mobilisierungstour starten, bei der wir auf dem Weg zu den Anti-G7-Protestaktionen in zahlreichen deutschen Städten Halt machen. Die internationalen Aktivist_innen, die mit dem Bus durch Deutschland touren, werden beleuchten, warum weltweit Menschen gegen die Politik der G7-Staaten kämpfen. So wollen wir zu den Protestaktionen gegen das Gipfeltreffen mobilisieren und eine solidarische Diskussion sowie eine Vernetzung Süd-Nord und Süd-Süd ermöglichen: Was sind die Bedingungen und Gemeinsamkeiten unserer Kämpfe? Wie können Süden und Norden gemeinsam für politische Veränderungen eintreten?

Themen der Mobilisierungstour
1. Freihandel
Die G7 steht unter anderem politisch für Freihandel. Seit Bekanntwerden der TTIP-Verhandlungen ist das Interesse für die Folgen des Freihandels auch hier gestiegen. Weniger bekannt scheint, dass bei bereits bestehenden Freihandelsabkommen die Wirtschaft der G7-Staaten profitiert, während die „Partner“länder der Abkommen mit den Folgen für ihre Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft kämpfen müssen.

2. Kapitalistische Klimapolitik
Mit einer kapitalistischen Klimapolitik versucht die G7 Naturschutz über marktbasierte Maßnahmen zu erreichen: Finanzwirtschaft, Agrobusiness und Gentechnik werden unter dem Stichwort „Green Economy“ zu nachhaltigen Lösungen erklärt. Fragen nach Verteilungsgerechtigkeit oder Alternativen zu Wachstum und Privatisierung bleiben ausgeklammert, die „grünen“ Projekte werden mithilfe von Menschenrechts-verletzungen durchgesetzt.

3. Landraub
Großprojekte und die Ausbeutung von Bodenschätzen führen vermehrt zu Landraub, wogegen sich die kleinbäuerliche und indigene Bevölkerung des Globalen Südens organisiert. Denn ihre „Territorien“ nehmen eine zentrale Rolle im Streben nach Ernährungssouveränität und in der Bewahrung etwa indigener und afro-lateinamerikanischer Kultur, Sprache und Spiritualität ein. Die G7-Staaten machen sich mitschuldig, wenn sie bei Menschenrechtsverletzungen beide Augen zudrücken, um die Profitinteressen von G7-Konzernen nicht zu gefährden.

4. Militarisierung
„Militarisierung“, das ist der Bedeutungszuwachs des Militärs in einem Land, das sich nicht offiziell im Kriegszustand befindet. Politische Antagonist_innen werden als Feinde innerhalb einer Kriegslogik betrachtet. Die G7 trägt unter anderem durch die Genehmigung von Waffenexporten sowie die Vermischung von Entwicklungs- und Sicherheitspolitik zur Militarisierung im Globalen Süden bei. Ebenso spielt die militärisch-technische Aufrüstung ihrer eigenen Grenzen eine zentrale Rolle bei der Repression gegen Refugees und Migrant_innen.

5. Migration und Flucht
Mithilfe ihrer restriktiven Flüchtlingspolitik entziehen sich die G7-Staaten ihrer Verpflichtung zur Aufnahme von Schutzsuchenden. Die Parallelen zwischen dem Umgang mit Migration aus Lateinamerika in den USA, mit Geflüchteten aus Afrika, Osteuropa und dem Nahen Osten in Europa oder mit Refugees aus China und Südostasien in Japan sind kaum zu übersehen. Mörderische Grenzpolitik, Kriminalisierung und Ausgrenzung bestimmen das Bild. Bei Betrachtung der Fluchtursachen wird zudem der Bezug zu den Themen „Landraub“, „Militarisierung“ und „Freihandel“ deutlich.
weitere Infos zur Tour: dietour.blogsport.de und im Anhang

Blockupy 2015 – Veranstaltungen in Kassel

Blockupy Logo

Blockupy Aktionstraining

Samstag 7. März // 13 bis 19 Uhr

DIESE VERANSTALTUNG FÄLLT LEIDER AUS.

Krise – Sparen – Ungleichheit

Donnerstag 19. Februar 2015 // 19:00-21:00 // Ort: VHS Wilhelmshöher Allee 19-21
Referent_innen: Jenny Simon (Politologin und Aktivistin aus Berlin) & Malte Lühmann (Politikwissenschaftler und Aktivist aus Kassel)

Nach den heftigen Turbulenzen der Weltwirtschaftskrise sind große Teile der EU weiterhin fest im Griff der Krisenpolitiken von Europäischer Zentralbank und Co. Während viele Menschen in Europa unter den massiven Auswirkungen der Sparpolitik leiden, wurde die Krise von anderen längst für beendet erklärt. Doch spätestens mit den Wahlen in Griechenland drängt der Widerstand gegen die soziale Krise Europas auch hier wieder auf die Tagesordnung. In zwei Beiträgen geben die Referent_innen einen Überblick zu Hintergründen, Auswirkungen und künftigen Konflikten um die Krisenpolitik. Im Anschluss freuen wir uns auf Fragen und eine lebhafte Diskussion.

Krise – Stadt – Wohnraum

Donnerstag 12. Februar 2015 // 19:00-21:00 // Ort: Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Straße 74, Raum 106
Referenten: Felix Wiegand (AK Kritische Geographie – Uni Frankfurt / iL Frankfurt) & Martin Schenker (Diakonisches Werk Kassel)

Was hat die Krise mit meiner Miete zu tun? Nach dem Vertrauensverlust durch die Finanzkrise boomt der Immobilienmarkt in Deutschland. Die Investitionen verändern das Gesicht der Städte. Bei steigenden Mieten ist oft kein Platz mehr für arme und sozial ausgegrenzte Menschen. Ohne aktive Interventionen in Wohnungsmarkt und Stadtpolitik schlägt sich die Krise so auch hier im Alltag nieder. Diese Zusammenhänge diskutieren wir mit den Referenten angesichts der aktuellen Lage in Kassel.