Archiv für November 2013

„Grenzregime und Widerstand“

Eine Veranstaltungsreihe der kritischen Uni Kassel (KUK) in Kooperation mit D.O.R.N. und der Rassismuskritischen Initiative (RAKINI) von November 2013 – April 2014:
„Grenzregime und Widerstand“ /
„Border Regime and Resistance“
-Selbstorganisierung und Proteste von Geflüchteten und Migrant*innen- / -Selforganisation and protests of refugees and migrants-

Nächste Veranstaltung am 26.04.2014 / 6 pm / Uni Kassel – Nora-Platiel-Str. 6 – Raum 0210

Ab 1990 wurde das ehemalige Kloster Blankenburg als Asylbewerber*innenheim genutzt. Der von Isolation, Ausgrenzung und Entrechtung geprägte Alltag im Lager führte in den Jahren vor der Schließung zu einem selbstorganisierten Geflüchtetenprotest, im Rahmen dessen die Menschen aus dem Lager ihre Stimmen unter anderem für eine dezentrale Unterbringung aller Asylbewerber*innen in Blankenburg und sonstwo erhoben.

Zwei ehemalige Bewohner*innen des Lagers und Aktivist*innen der damaligen Proteste werden von ihren Erfahrungen, die sie innerhalb des Protestes gemacht haben, berichten. Sie werden die Lebensbedingungen in Blankenburg, die Anfänge des Streiks und die aktivistischen Strukturen und Prozesse thematisieren, die letztlich die Schließung des Lagers provozierten.

Nachdem der Tod hunderter Geflüchteter vor Lampedusa Anfang Oktober 2013 öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat, stehen derzeit täglich vor allem die Folgen der europäischen Migrationspolitik im Mittelmeer im Fokus der medialen Berichterstattung. Weniger präsent in der öffentlichen Wahrnehmung ist ein anderer Aspekt der Migrationspolitik: Diejenigen Geflüchteten, die es nach Europa schaffen, haben meist mit katastrophalen Lebensbedingungen in Lagern, der ständigen Bedrohung durch Abschiebung, gewollter Isolation, weitgehender Entrechtung und Rassismus in Institutionen und Gesellschaft zu kämpfen. Zugleich haben die Flüchtlingsproteste, die seit über einem Jahr in ganz Europa stattfinden, auf eindrucksvolle Weise gezeigt, dass Widerstand von Geflüchteten trotz dieser erschwerten Bedingungen möglich ist.
Ausgehend von den Protesten von Geflüchteten und Migrant_innen ohne Papier wollen wir in dieser Veranstaltungsreihe verschiedene Aspekte des europäischen Grenzregimes beleuchten und dabei einen besonderen Fokus auf die Widerstände legen.

Für die Programmübersicht findet Ihr hier den Webflyer

Die ausführlichen Veranstaltungsbeschreibungen hier: Grenzregime und Widerstand