Aluhut und gut? – von Internetüberwachung zu digitaler Selbstverteidigung

Veranstaltungsreihe Aluhut und gut?

Alle wollen unsere Daten: Facebook, Google und Amazon sowieso aber auch Geheimdienste, Polizeien und andere Behörden. So weit, so bekannt. Und trotzdem wissen wir doch viel zu wenig darüber, wer da eigentlich was sammelt und wozu. Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir etwas Licht ins Dunkel der staatlich und privat betriebenen Internetüberwachung bringen und den Fragen nach dem Wie und Warum auf den Grund gehen. Dazu gibt es Informationen vom Netzaktivisten Moritz Tremmel und dem Redaktionskollektiv Çapulcu. Praktisch gegen Kontrolle und Überwachung richten sich die beiden anschließenden Workshops, in denen Tipps und Fähigkeiten zur digitalen Selbstverteidigung vermittelt werden. So können wir alle unsere persönlichen Daten und unsere digitale Kommunikation zumindest ein Stück sicherer machen.

4. Salon: Lernen von Athen

Salon Lernen von Athen

Was kann „Lernen von Athen“ eigentlich in einem politisch-emanzipatorischen Sinne heißen?

Im April 2017 unternahmen wir eine Reise nach Athen, wo wir mit verschiedenen Menschen über das Leitmotiv der documenta14 ebenso wie über die Krise in Europa und Griechenland, Austeritätspolitik und vor allem Solidarität gesprochen haben.

Wir nehmen den 4. Kasseler Salon zum Anlass, über diese Erfahrungen und den Launch eines neuen Zines zu Formen von Widerständigkeit zwischen Kassel und Athen zu diskutieren. Wie immer bei unseren Salons, gibt es zu Beginn einige vorbereiteten Wortbeiträge, die dann um spontane Beiträge aller Teilnehmenden ergänzt in einer gemeinsamen Diskussion münden. Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen, Ideen und Perspektiven.

Häuser und Wohnraum vergesellschaften! Solidarität mit der Besetzung der Villa Rühl!

Der Kapitalismus und seine Krisen prägen unsere Städte, unser Leben, unseren Alltag. Steigende Mieten bei gleichzeitigem Leerstand, mehr und mehr Zwangsräumungen bei gleichzeitig immer mehr Wohneigentum, unbezahlbare Kulturspektakel bei schwindenden Räumen für nicht-kommerzielle Kunst, Musik und politische Debatten. Diese Widersprüche machen sich auch in Kassel deutlich bemerkbar.
Viele Menschen wehren sich bereits gegen die damit einhergehende soziale Spaltung der Stadt und stellen die Konventionen der kapitalistischen Gesellschaft infrage. In diesen politischen Auseinandersetzungen werden die Bedürfnisse der Vielen und gesellschaftliche Verantwortung jedoch stets den privaten Interessen der Wenigen untergeordnet. Oftmals kommt es sogar zu einer Kriminalisierung derjenigen, die sich für eine andere Gesellschaft, jenseits von Verwertungslogik und Konkurrenzdruck, einsetzen. Dies finden wir falsch!

Die Gruppe d.o.r.n. solidarisiert sich mit den Besetzer*innen „Unserer Villa“ in der Mönchebergstraße 42 und dem Ziel ein soziales Zentrum für alle aufzubauen. Solche Orte der praktischen Solidarität, in denen wir gemeinschaftlich städtischen Raum jenseits privaten Eigentums organisieren und gestalten, braucht es in Kassel wie überall.

Von Athen lernen heißt Solidarität organisieren SOLI-COCKTAILTRESEN ZUM ERSTEN MAI

Seit fast 10 Jahren durchlebt die griechische Gesellschaft eine tiefe wirtschaftliche, politische und soziale Krise. Die von Regierungen und EU durchgesetzte Kürzungspolitik hat vielen Menschen die notwendigen Mittel zum Leben genommen und soziale Infrastrukturen zerstört. Zwar sind die großen Bewegungen von 2011/2012 vorbei, doch Projekte des Widerstands, der Selbstorganisation und der Solidarität bleiben.
Inmitten einer äußerst schwierigen Lage gibt es Orte wie das City Plaza hotel, das 2016 besetzt wurde und in dem derzeit fast 400 Geflüchtete leben und zusammen gegen das rassistische Grenzregime kämpfen. Auch in Perama, einem Ortsteil der Hafenstadt Piräus in der Nähe Athens, organisieren sich Nachbar*innen in einem sozialen Zentrum. Perama ist von hoher Arbeitslosigkeit betroffen, das Geld reicht oft nicht für den Lebensmitteleinkauf oder die Stromrechnung. In gemeinsamen Initiativen stemmen die Bewohner*innen der Nachbarschaft jedoch eine solidarische Küche oder Nachhilfeunterricht für Kinder. Sie konnten in ihren politischen Kämpfen einen kostenfreien ÖPNV-Transport für Erwerbslose zwischen Piräus und Athen und die Verhinderung von Zwangsräumungen durchsetzen. Diese Projekte agieren ohne finanzielle Sicherheit und müssen jeden Monat aufs Neue die Mittel für Miete, Strom, medizinische Güter usw. aufbringen.

Alle Einnahmen des Soli-Tresens gehen daher an das soziale Zentrum in Perama. Kommt also zahlreich und beschließt den 1.Mai mit einem Soli-Cocktail!

Happy Birthday, City Plaza!

Vor einem Jahr – am 22.April 2016 – besetzen Aktivist*innen ein leerstehendes Gebäude im Zentrum Athens, das ehemalige „Hotel City Plaza“. Seitdem ist das „Beste Hotel Europas“ ein kollektiver Raum der Solidarität. Fast 400 Geflüchtete aus verschiedenen Teilen der Welt leben dort, die Hälfte von ihnen Kinder. Sie können dort in Sicherheit leben, spielen, lernen. Das City Plaza ist auch ein Ort der politischen Vernetzung und des selbstorganisierten Widerstands gegen die rassistische Migrationspolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten. Die kürzlich erfolgten Räumungen von zwei ähnlichen sozialen Zentren in Athen durch die Polizei zeigt, wie bedroht solche solidarischen Strukturen sind. Statt die unmenschlichen Lager an den Grenzen zu schließen, werden diese wichtigen Projekte zerstört. (Weitere Infos: http://europas-bestes-hotel.eu/ oder https://www.facebook.com/sol2refugeesen/)

In Solidarität mit dem City Plaza und allen antirassistischen Kämpfen schließen wir uns der Forderung der Bewohner*innen und Unterstützer*innen an:

Keep City Plaza open! Erhaltet das “beste Hotel Europas”!

Anlässlich des einjährigen Jubiläums haben wir am Samstag in der Kasseler Nordstadt eine Foto-Aktion gestartet, mit der sich Menschen solidarisch mit dem City Plaza erklären können. Hier sind einige der Bilder:



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